Essbase Anwendung erstellen in der Oracle Analytics Cloud

Dieser Beitrag ist der dritte in einer Reihe rund um die Oracle Analytics Cloud. Diese begann mit einer „Oracle Analytics Cloud (AOC) Instanz erstellen“ und darauf folgte der Beitrag „Einblick in Oracle Data Visualization“. In diesem Beitrag beschreibe ich, wie einfach es ist Essbase zu initialisieren und eine Anwendung zu erstellen.

Essbase in der Oracle Produktstruktur

Essbase ist ein Teil von der Oracle Analytics Cloud (AOC) die als „Plattform as a Service“ (PaaS) betrieben wird. Die Oracle Analytics Cloud enthält die Optionen Business Intelligence (OBIEE), Data Visualization (DV) und Essbase.

Oracle Produktstruktur

„Plattform as a Service“ (PaaS) Umgebung bedeutet, dass man Zugriff hat auf den Essbase Server und auch auf die Upgrades und Backups. Es bedeutet auch, dass man beliebig viele Anwendungen und Benutzer erstellen kann – man muss nur ausreichend Rechenleistung anmieten. Dieses registrieren oder mieten geht „elastisch“, denn man kann Ressourcen nach Bedarf skalieren.

Es gibt derzeitig eine Basis Version und eine Enterprise Version, und die Letztere hat Partitionierung über die eigene Instanz hinaus und Drill-Through.

Das Essbase ist die Version 12c und nicht auf der 11.1.2.4 Codeline. Es können ASO, BSO und Advanced Analytic Engine (Hybrid) Würfel erstellt werden, wobei im Hybrid alle Funktionen und Berechnungen möglich sind, die es auch im BSO gibt.

Zur Migration auf die Cloud und zurück, gibt es eine spezielle Life Cycle Mangement (LCM) Version, die von der Cloud herunterzuladen ist.

Andere Spezifische Funktionen sind dass das Zugriffsrechtekonzept vereinfacht ist und dass wir Run-Time Variablen in Smart View haben.

Jetzt aber hinein in die Software!

In dem zweiten Beitrag hatte ich mit einer Analytics Cloud Probierversion eine Instanz für DV eingerichtet und diese ist auch sichtbar in der Abbildung 1.

Eine weitere Instanz erstellen

Abbildung 1: Eine weitere Instanz erstellen.

Die Instanz sollte einen sprechenden Namen bekommen. Auch hier nehme ich wieder das Rechenzentrum in Frankfurt und in dem Feature Set wähle ich Essbase aus.

Eintragen der Essbase Instanz Daten

Abbildung 2: Eintragen der Essbase Instanz Daten.

Dann bekomme ich eine Übersicht die ich dann bestätige.

Konfigurationsübersicht zur Bestätigung

Abbildung 3: Konfigurationsübersicht zur Bestätigung

Ich sehe einige Minuten das „Creating service“ und dann bekomme ich eine Bestätigungsemail dass die Instanz erstellt wurde.

Kurz warten auf das Anlegen der Instanz

Abbildung 4:  Kurz warten auf das Anlegen der Instanz

Wie sie sehen habe ich jetzt 2 Instanzen, eine DV und eine Essbase. Bei den Optionen rechts wähle ich die Essbase Verbindung, denn das ist mein nagelneuer Essbase Server.

Die Essbase Instanz wurde erfolgreich angelegt

Abbildung 5: Die Essbase Instanz wurde erfolgreich angelegt.

Das was wir in Abbildung 6 sehen, ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn man jahrelang mit dem Essbase Administration Services gearbeitet hat und dann hier die neue Konsole sieht, dann denkt man an einen Regenbogen. Farbiger ist es schon geworden… an der oberen Leiste gibt es einige Kacheln die ich gleich besprechen werde. In dem unteren Bereich gibt es noch keine Anwendungen.

Essbase Administration Konsole

Abbildung 6: Essbase Administration Konsole.

Ich öffne zunächst die Console in der Farbe Grün, und sehe auf der linken Seite eine Anzahl Menüpunkte erscheinen. Unter anderem sind hier auch die Clientprogramme, die mit dem AOC Essbase verwendet werden können, verfügbar. Hier gibt es auch die Cube Designer Extension für SmartView.

Menüpunkte unter Console. Die Desktop Tools

Abbildung 7: Menüpunkte unter Console. Die Desktop Tools.

Unter dem Unterpunkt Configuration sehen wir unsere Essbase.cfg Datei.  In einer PaaS Umgebung kann diese selbst angepasst werden, denn wir mieten ja eine Plattform.

Unterpunkt Configuration mit dem Inhalt der Essbase.cfg Datei

Abbildung 8: Unterpunkt Configuration mit dem Inhalt der Essbase.cfg Datei

Unter Variables gibt es die Substitutionsvariablen, und ich habe testweise direkt mal eine angelegt.

Substitutionsvariablen

Abbildung 9: Substitutionsvariablen

Unter der Kachel „Sources“ können Datenverbindungen angelegt werden. Als Standard wird hier schon eine ganze Reihe an Verbindungstypen unterstützt. Interessant ist hier die Option „File“, welches bedeutet, dass Dateien als Datenquellen definiert werden können und dann in dieser Weise zur Verfügung stehen.

Datenquellen erstellen

Abbildung 10: Datenquellen erstellen.

Dieses war eine kurze Übersicht der Essbase Instanz.

Jetzt eine Essbase Anwendung erstellen!

Es gibt 3 Wege um eine Essbase Anwendung zu erstellen. Einmal über die Konsole die weiter oben präsentiert wurde, einmal über die Cube Designer Extension, die in das Smart View geladen werden kann und die letzte Option ist mit einem Excel Arbeitsbuch.

Ich zeige ihnen in diesem Beitrag die letztgenannte Methode mit dem Excel Arbeitsbuch. Dieses ist ein vordefiniertes Template, wo die anwendungsspezifischen Konfigurationen eingetragen werden. Und das ist wirklich was Neues! Ja, aus alleine diesem Excel werde ich die Anwendung erstellen. Um nicht bei 0 anzufangen nehme ich die Vorlage von der Sample Basic und erweitere / ändere diese.

Essbase Anwendung erstellen mit Excel Arbeitsbuch

Abbildung 11: Essbase Anwendung erstellen mit Excel Arbeitsbuch

Wenn ich damit fertig bin, speichere ich diese auf meiner Festplatte. Als nächstes wähle ich den Knopf Import und dann diese Excel Mappe.

Importieren der Excel Mappe mit den Definitionen.

Abbildung 12: Importieren der Excel Mappe mit den Definitionen.

Der Importmechanismus erkennt die Felder und zeigt mir diese Informationen an.

Import Informationen.

Abbildung 13: Import Informationen.

Ich sehe mir die Dimensionen an, die in dem Excel definiert wurden. Das sieht wirklich alles gut aus.

Die Dimensionen werden richtig erkannt.

Abbildung 14: Die Dimensionen werden richtig erkannt.

Die Anwendung wurde erfolgreich erstellt, einfach aus einem Excel heraus. Nicht mehr in dem Outline Editor „herumfummeln“.

Anwendung wurde erstellt

Abbildung 15: Anwendung wurde erstellt

Dann schauen wir uns mal die Outline an. Alle Dimensionen und Attribut Dimensionen sind vorhanden. Die Icons bieten schon einen Mehrwert, denn ich sehe auf Anhieb was für einen Dimensionstyp diese Dimension ist.

Outline in Essbase Cloud.

Abbildung 16: Die Outline in Essbase Cloud.

Dann wollen wir uns mal ein Account Element ansehen. Es gibt ein Menü unter der rechten Maustaste. Auch praktisch, um von hier aus die Hierarchie aufklappbar zu machen.

Die Eigenschaften von dem Element ansehen.

Abbildung 17: Die Eigenschaften von dem Element ansehen.

Hier ein sauberer Aufbau: Die Reiter mit den verschiedenen Bereichen an der Oberseite des Fensters.

Aliase in verschiedenen Schrifttypen

Abbildung 18: Aliase in verschiedenen Schrifttypen

Es gibt aber auch ein Fenster mit den Eigenschaften des gewählten Elements. Eine solche Ansicht ist doch viel besser als das, was wir im EAS haben. Diese werden dargestellt, sobald das Element angeklickt wird. Interessant sind auch die Angaben rechts unten mit den Descendants und auf welchem Level wir sind.

Element Eigenschaften direkt abzulesen

Abbildung 19: Element Eigenschaften direkt abzulesen

Wir haben es in EAS auch, aber hier geht es einfacher in das Analyze Data. Ein Ad-Hoc Tool, um die Daten zu sehen.

Analyze Data direkt aus dem Admin Tool heraus.

Abbildung 20: Analyze Data direkt aus dem Admin Tool heraus.

Hier kann man mit einfachen Mitteln die Ad-Hoc Abfragen machen oder Reports starten.

Einfache Ad-Hoc Abfragen

Abbildung 21:  Einfache Ad-Hoc Abfragen

Auch hier gibt es ein Ad-Hoc Daten Menü unter der rechten Maustaste, aber dort befindet sich auch noch ein Rechtschreibfehler.

Menü für den Daten Ad-Hoc Bericht

Abbildung 22: Menü für den Daten Ad-Hoc Bericht.

Als letztes wollte ich ihnen noch die Ansicht der Anwendungseigenschaften zeigen. Dieses ist ja auch ein Platz wo der Entwickler und der Administrator sich oft aufhalten. Auch hier die Register an der oberen Leiste übersichtlich angebracht. Die Gruppierung der Eigenschaften ist im großen Ganzen beibehalten und es sind einige hinzugekommen.

Anwendungseigenschaften

Abbildung 23: Anwendungseigenschaften.

Fazit

Es war sehr einfach um eine Essbase Instanz zu erstellen und auf dieser eine Anwendung hochzuladen. Das neue Look-and-Feel ist schnell zu lernen, denn übersichtlich und logisch angeordnet. Ich freue mich schon auf die ersten Projekte in dieser Software.

Ihr Philip Hulsebosch.

Veröffentlicht unter Essbase