Essbase Roadmap (20c)

Regelmäßig gibt es Präsentationen vom Oracle Product Management, wo die Reise mit den Produkten hingeht (Roadmap). Superinteressant für alle die mit den Produkten intensiv arbeiten und deshalb berichte ich in diesem Beitrag hierüber. Bitte beachten sie, Oracle (und damit auch ich) hat immer eine ohne Gewähr-Klausel (Safe Harbor Statement), die auch auf das hiernach beschriebene zutrifft.

 

Essbase Versionen

Das folgende Schaubild zeigt eine gute Übersicht der Essbase-Versionen – die 11g, 12c und hier noch 19c genannt, aber als 20c bald verfügbar.

Die 11-er Version kennen wir alle seit Jahren, entweder als Installation im eigenen Haus, als teil der Fusion Middleware wo sie über OBIEE verfügbar war, aber auch als Basis der EPM Cloud.

Abbildung 1: Übersicht der verschiedenen Essbase-Versionen

Die 12c Version ist eine Cloud Version, die als Teil von der Oracle Analytic Cloud zu uns kommt. Cloud bedeutet hier die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) mit allem „drum und dran“, wie hohe Verfügbarkeit, hohe Sicherheitsanforderungen und flexibele Skalierung.

Was hier noch als Version 19c dargestellt ist, kommt in 2020 als, ja sie Raten es schon, 20c auf dem Markt. Und ja, ja, ja, es gibt eine On-Premises Version! Oracle hat kein Abschied genommen von der Cloud-Strategie, aber Essbase wird es wieder als Standalone auf dem eigenen Rechner im eigenen Rechenzentrum geben.

Das 20c ist ein Produkt, nur in unterschiedlichen Installationen. Die erste Version sollte es diesen Sommer auf Oracle Linux 7 (RedHat Enterprise) geben.

Eine direkte Migration von 11g (11.1.2.3.x) wird laut Oracle möglich sein.

Was gibt es Neues?

Wer von der 11g Version auf die 19c Version wechselt, wird doch große Veränderungen sehen: Das Cube Design, dort wo wir uns als Entwickler doch sehr viel aufhalten, ist kein Essbase Administration Service mehr, sondern ein Werkzeug mit dem Namen „Cube Designer“ als Web-basiertes Werkzeug oder als Teil von Smart View. Ich habe sowohl mit dem Webwerkzeug, als auch mit dem SmartView-Teil gearbeitet und dieses hat mir doch gut gefallen. Es ist vieles mal schneller um Dinge anzupassen oder nachzusehen.

Aber es wird doch vieles Alt-vertraut sein: MaxL, Calc Scripts, Essbase-Rechenkern und SmartView sind alle noch da.

Neuerungen werden sein:

  • Schneller als 11g. Vor allem bei Hybrid-Mode, wo Abhängigkeiten von Daten und Berechnungen in der Datenbank vorher analysiert werden, und darauf die Berechnung stattfindet.
  • Szenario Management (eine Art Sandkasten, wie wir diese auch schon bei der Planning Cloud gesehen haben)
  • Datasource und Connections. Dieses ist ein neues Konzept für Datenquellen/Rule Files/Partitionen. Diese werden einheitlich definiert. Details werden zu einem späteren Zeitpunkt durch Oracle näher erläutert.
  • REST API Unterstützung.
  • Einfacheres Benutzer- und Zugriffsmanagement.
  • CLI und MaxL über HTTP (remote execution of MaxL commands).

Essbase Architektur

Essbase wird als Java Agent (Jagent) in Weblogic Server eingebettet sein.  Die altbekannte sec-Datei ist jetzt in einer Oracle Relationalen Datenbank untergebracht. Die ESSSVR Prozesse laufen dann auf dem Betriebssystem und die Cubes liegen auf den Festplatten. Die Abbildung 2 hatte ich auch schon in meinem Beitrag „Vorschau auf Essbase Cloud Service“ verwendet und veranschaulicht die Architektur auch hier wieder.

12c/20c Essbase Architektur

Abbildung 2: 12c/20c Essbase Architektur

OCI Marketplace

Wer Essbase in der Cloud betreiben möchte, kann dieses über die Oracle Cloud Infrastructure Marketplace machen. Die Essbase Installation und Konfiguration wird hierdurch viel einfacher und man kann auch seine eigenen Lizenzen einbringen (Bring your own license BYOL). Dieses ist dann seine eigene Essbase Instanz, wo man dann selber auch für die Upgrades von Essbase und die Back-Ups Sorge tragen muss. Theoretisch kann man die Essbase.cfg anpassen. Die „Bleche“ und die Netzwerkinfrastruktur sind dann in der Hand von Oracle und werden professionell betrieben.

Dieses braucht man für Essbase in der Cloud:

  • OCI Compute Node: dieses ist eine vorinstallierte Essbase 19c/20c auf Linux 7 mit der angegebenen Anzahl Prozessoren und Speicher.
  • Block Volume: Hier liegen u.a. die .pag und .ind Dateien.
  • Object Storage Bucket: Hier liegen die Backups.
  • Database instance: Das Repository als Ersatz für die .sec Datei. Hier bietet sich die Autonomous DB an!
  • KMS/Vault Entries: die Schüssel zum Verschlüsseln aller Daten.

Optional ist jetzt:

  • Load Balancer: Zugangstor – auch wenn man nur eine Essbase Instanz (Compute Node) hat.

In der Abbildung 3 wird dieses grafisch dargestellt.

Schaubild vom Netzwerk und den Komponenten bei Essbase in der Cloud.

Abbildung 3: Schaubild vom Netzwerk und den Komponenten bei Essbase in der Cloud.

In dem Schaubild ist auch dargestellt, dass Internet Gateways definiert werden können, um per VPN/Fast Connect die eigene On-Premises Welt zu verbinden.

Fazit

Ich kann nicht warten bis die neue Version von Essbase verfügbar ist. Meine Erfahrungen, auch im Umfeld von Planning Cloud mit dem Dimension Editor möchte ich auch in Essbase erfahren.

Sicherlich werde ich dann auch einmal eine Essbase Cloud aufbauen und hierüber in diesem Blog berichten!

 Ihr Philip Hulsebosch.

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