PBCS wird EPM Standard Cloud

Vielleicht haben sie es ja schon gehört – Oracle hat sein Vertriebsmodell auf den Kopf gestellt. Dabei hat die Marketing Abteilung auch viel zu tun gehabt, denn viele Namen haben sich geändert und wir werden uns wieder an vieles gewöhnen müssen. In diesem Beitrag werde ich diese Veränderung aus der Perspektive von Planning-Interessierten heraus beschreiben.

Kurz und bündig ändert sich die Namensgebung von

Planning and Budgeting Cloud Service >>> EPM Standard Cloud

Enterprise Planning and Budgeting Cloud Service >>> EPM Enterprise Cloud

Was fehlt auf der rechten Seite? Ja, die Wörter Planning, Budgeting und Service! Dafür bekommt man EPM zurück.

Bestehende Verträge

Schon in Mai, während einer Partner-Schulung, gab das Produktmanagement bekannt, dass das Cloud Angebot umgestellt werden würde. Diese Umstellung gilt nur für neue Verträge. Das Produktmanagement versicherte uns das bestehende Verträge auch über die darin vereinbarte Laufzeit hinweg, Bestandschutz haben. Aber das Produktmanagement hat ja fast das Safe Harbour auf der Stirn tätowiert.

Ich glaube, Oracle wird viel daran tun, um bestehende Kunden rasch auf die neue Lizenzstruktur zu bekommen, denn unter der Motorhaube (in dem Cloudnebel) gibt es ja jetzt zwei Betriebstypen. Das gilt nicht nur für den Planning-Teil sondern auch für die Cloud Infrastruktur!

Doch was ist das Neue und wird das besser?

Neues Angebot

In der Abbildung 2, welche von der Oracle Webseite (https://docs.oracle.com/en/cloud/saas/enterprise-performance-management-common/cgsad/1_about_epm_cloud_new_sku_changes.html) kommt, sieht man in einem Blick, dass man direkt die gesamte EPM Plattform mietet, und nicht mehr “nur Planning”. Es gibt wohl einige Konkurrenten, die mit Komplettlösungen stark im Markt stehen.

Das Nächste, was auffällt ist, das in der Standard Version die ganzen Module enthalten sind, und in der Enterprise Version das Custom Planning. Ich glaube, dass ist meine größte Enttäuschung. Europäische Kunden setzen diese Module nicht so oft ein und bestehende Kunden würden schneller ihre eigene Anwendung mit in die Cloud nehmen, als diese in ein oder mehrere Module umzubauen.

Abbildung 2: Übersicht der neuen Produktstruktur.

Der Groovy Support ist auch nur in der Enterprise Version vorhanden, und auch das tut weh. Denn dieses ermöglicht Vieles und Gutes, was nicht als Standard geliefert wird.

Was sie hier auch nicht lesen ist, die Anzahl der Anwendungen. In Standard ist das ein (1) Business Prozess pro Lizenz. Also eine Anwendung Planning, eine in Konsolidierung, eine in Account Reconciliation und eine Narrative Reporting Anwendung.

Die Anzahl der Anwendungen wird vor allem interessant, wenn es auf die Hybrid BSO Cubes und ASO Reporting Cubes ankommt. Ich hatte vernommen, dass man hier eine unbeschränkte Anzahl erstellen könnte. Dies wäre für alle gut, die jährlich einige Cubes als Kopie wegspeichern und als Referenz “einfrieren”.

Free Form Planning

Auf der Schulung wurde ich ganz begeistert von der Aussicht auf “Free Form Planning”. Dieses ist eine Essbase Anwendung mit Formulare. Ja, so einfach kann man einen Berater begeistern.

Sobald ich die Möglichkeit habe, werde ich dieses mal ausprobieren und dann bestimmt einen Blogbeitrag darüber schreiben. Es wird wohl nicht so gut wie Dodeca werden, denn Applied Olap ist diesem einige Jahre voraus.

EPM gibt es dazu

In der Enterprise Lizenz gibt es auch alles was das EPM zu bieten hat. Hier fällt das “Enterprise Data Management” auf, welches zwar auf 5.000 hosted Records beschränkt ist, aber doch eine gute Basis für ein professionelles Datamanagement bietet.

Ich bin sehr gespannt, wie die Kunden in dem Ausrollen der Funktionalität vorgehen werden. Bei den Anbietern von Gesamtpaket Lösungen sieht man oft, dass die erste Funktionalität schnell geht, aber dann der nächste Business Prozess nimmt dann mehr Zeit in Anspruch.

Einen ersten Eindruck von der Standard EPM Cloud.

Abbildung 3: Startseite von der Standard EPM Cloud

Und einen ersten Eindruck von der Enterprise EPM Cloud.

Abbildung 4: Startseite von der Enterprise EPM Cloud

Fazit

Es hat sich einiges getan in der Lizenzstruktur und dabei gewinnt die Enterprise Version sehr stark an Vorteilen. Eine kleine Planning Instanz für den Mittelstand ist aber schwieriger geworden, denn nicht immer können die Module eingesetzt werden.

Ihr Philip Hulsebosch

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